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Ihr Hund muss für einen operativen Eingriff narkotisiert werden?
Dafür stehen 2 verschiedene Narkoseverfahren zur Auswahl. Die Auswahl des jeweiligen Verfahrens richtet
sich zum einen nach dem geplanten Eingriff, zum anderen nach dem Kostenrahmen.
1. Injektionsnarkose:
Das Narkosemittel wird üblicher Weise in einen venösen Dauerkatheter gespritzt und bei Bedarf -zur Erhaltung der
Narkose- immer wieder nachdosiert. In speziellen Fällen kann es auch direkt in die Vene oder in die Muskulatur gespritzt werden.
Die Injektionsnarkose eignet sich für kurze und wenig schmerzhafte Eingriffe. Bei aufwendigen Operationen
(z.B. Gelenkoperationen, Beinbrüche, aber auch Bauchoperationen) muss die Narkose sehr tief sein, damit Ihr Tier weder Schmerzen
verspürt, noch aufwacht.
Die damit verbundenen Nachteile sind:
Bei tiefer Narkose verlangsamt sich die Atmung stark. Dadurch werden die Organe über die Dauer der Narkose
ungenügend mit Sauerstoff versorgt, was bei prädisponierten Patienten (klinisch noch nicht sichtbare Vorerkrankung) zu Spätfolgen
führen kann.
Die Tiefe der Narkose ist nicht optimal steuerbar. Eine Änderung des Narkosestadiums ist nur mit einer längeren
zeitlichen Verzögerung möglich, wodurch man auf Narkosezwischenfälle schlecht reagieren kann.
Der Vorteil der Injektionsnarkose liegt in den niedrigen Kosten, da der benötigte personelle und apparative Aufwand viel geringer ist.
2. Inhalationsnarkose:
" Vor der eigendlichen Narkose werden Schmerz- und Beruhigungsmittel in einen venösen Dauerkatheter gespritzt
("Vornarkose", Präanästhesie), anschließend wird Ihr Tier in eine oberflächliche Kurznarkose gelegt. Diese Kurznarkose dient dazu,
einen Beatmungsschlauch in die Luftröhre einzuführen, über den Ihr Tier dann das Narkosegas sowie reinen Sauerstoff erhält.
Da das Narkosegas schnell über die Atemluft aus dem Körper ausgeschieden wird, ist die Tiefe der Anästhesie sehr
gut steuerbar. Im Gegensatz zu intravenös verabreichten Narkosemitteln wird das Narkosegas nicht in den Organen (Leber, Niere) abgebaut,
wodurch diese Organe nicht zusätzlich belastet werden.
In vielen Fällen wird eine maschinelle Beatmung durchgeführt, um eine optimale Sauerstoffversorgung sowie eine sehr stabile Narkose zu erreichen.
Die Vorteile der Inhalationsnarkose sind:
Auch bei tiefer Narkose wird eine vollständige Versorgung Ihres Tieres mit Sauerstoff erreicht. Dadurch werden Spätschäden an Organen weitestgehend vermieden.
Das verwendeten Narkosemittel (Isofluran) wirkt sich im Gegensatz zu den Injektionsnarkosemitteln nur sehr wenig auf den Kreislauf aus.
Das Narkosemittel wird nicht in den Organen abgebaut, sondern vollständig mit der ausgeatmeten Luft ausgeschieden. Die Inhalationsnarkose eignet sich daher
besonders bei älteren Tieren, die in der Regel mit Organbeschwerden vorbelastet sind.
Da das Narkosemittel sehr schnell abgeatmet wird, kann man innerhalb kürzester Zeit die Narkosetiefe ändern und der Situation anpassen.
" Bei jeder Inhalationsnarkose wird Ihr Tier aufwendig überwacht. Während der gesamten Narkose wird ein EKG zur Kontrolle der Herzfunktion abgeleitet,
die Sauerstoffsättigung im Blut gemessen, die Kohlendioxidkonzentration in der ausgeatmeten Luft sowie die Atemfunktion überwacht. Dadurch wird eine maximale Narkosesicherheit erreicht.
Es besteht kein Nachteil gegenüber einer Injektionsnarkose, im Gegenteil stellt die Inhalationsnarkose das sicherste
Narkoseverfahren beim Kleintier dar.
Die Kosten sind wegen der notwendigen apparativen und personellen Anforderungen höher als bei der
Injektionsnarkose.
Für detaillierte Informationen fragen Sie uns, wir beraten Sie gerne.
Ihr Team der Tierärztlichen Klinik für Kleintiere in Ettlingen.
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