Ellenbogenerkrankung

Künstlicher Ellenbogen: Die Lösung bei schweren Ellenbogenerkrankungen 

Die Ellenbogenendoprothesen der Schweizer Firma KYON

Mit einem künstlichen Ellenbogen gewinnen Hunde mehr Lebensqualität zurück.

Ihr Hund hat Schmerzen im Ellenbogengelenk? Bei einigen Hunderassen, dies betrifft vor allem schnell- und großwüchsige Arten, kommt das leider häufiger vor. Sie leiden unter chronischen Schäden des Ellenbogengelenks, die häufig bereits in der Jugend beginnen und sich im Laufe der weiteren Lebensjahre weiter steigern. Darunter kann die Lebensqualität des treuen Vierbeiners deutlich leiden.

Aufgrund der Schmerzen im Ellenbogen nehmen die Tiere eine veränderte Schonhaltung ein und verlagern ihr Gewicht auf das Innengelenk, wodurch der Knorpel so stark belastet wird, dass er zwischen Oberarm- und Unterarmgelenkfläche abgerieben wird. Diese Erkrankung nennt man „Mediales Compartmentsyndrom“. Sie beschreibt den Knorpelverlust beider Gelenkflächen. Von solchen Knorpelschäden kann sich das Gelenk nicht mehr erholen. Befindet sich der Hund in Bewegung, entsteht zwischen den nun aufeinanderliegenden Knochenflächen Reibung und Wärme, was starke Schmerzen und Entzündungen verursachen kann. In solchen Fällen sollte über eine Ellenbogenendoprothese, also einen künstlichen Ellenbogen, nachgedacht werden. Wir stellen im Folgenden verschiedene Behandlungsmöglichkeiten und Ihre Vor- beziehungsweise Nachteile vor und erläutern die bislang vielversprechendste Variante, die auch in unserem Hause durchgeführt wird.

Welche Operationsverfahren gibt es?

Zur Behandlung des Medialen Compartmentsyndroms stehen verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung, die je nach Schwere und Art der Erkrankung zum Einsatz kommen können:

  1. Sliding Humeral Osteotomie (SHO) und Proximal Abducting Ulna Osteotomy (PAUL):

    Bei beiden Verfahren wird der Schwerpunkt des Ellenbogens nach außen verlagert, wodurch die Innengelenkfläche entlastet wird. Beide Methoden erzielen zum Teil exzellente Ergebnisse, allerdings kann der Operationserfolg im Voraus nicht sicher eingeschätzt und die Dauer der Besserung nicht genau vorhergesagt werden. Gerade Letzteres ist in Anbetracht der oft jungen Patienten schwierig.

     

  2. CUE (Canine Unikompatimenteller Ellenbogen):

    Dabei handelt es sich um eine in den USA entwickelte Teilgelenkprothese. Diese ersetzt – wie der Name bereits sagt – einen kleinen Gelenkanteil des Innengelenks. Aber auch hier liegen die Schwachpunkte auf der Hand: Die Vorhersagbarkeit des Operationsergebnisses und die Dauer der Besserung können nicht zuverlässig getroffen werden.

     

  3. Ellenbogenvollendoprothesen:

    Ellenbogenvollendoprothesen wie die TATE sind aufgrund der anatomischen Gegebenheiten nach wie vor schwierig. Der Ellenbogen gehört zum komplexesten Gelenk im Körper, ob beim Menschen oder beim Hund. Hier müssen drei Knochen auf eine gemeinsame Bewegung fixiert werden. Und anders als bei der Hüfte konnten sich künstliche Ellenbogen durch diese technisch nicht lösbaren Schwierigkeiten bislang nicht durchsetzen.

 

Alle Methoden haben ihre Vorzüge, können aber bislang nicht insgesamt mit verlässlichen Ergebnissen überzeugen. Deshalb setzen wir in unserer Kleintierklinik auf folgende Art der Behandlung, die in allen Punkten am besten abschneidet: die KYON-Ellenbogenprothese.   

Der Vorteil der KYON-Ellenbogenendoprothese

Der Schweizer Endoprothesenhersteller KYON hat eine Neuerung für die Ellenbogenendoprothese auf den Markt gebracht, die er 2017 erstmals in den USA vorstellte. Im Gegensatz zu früheren Endoprothesen, die das gesamte Ellenbogengelenk ersetzen, wird beim Schweizer Modell des künstlichen Ellenbogens nur der innenliegende Anteil ersetzt. Durch die Begrenzung der Implantate auf den defekten Bereich wird nur ein Teilimplantat eingesetzt, sodass Interaktionen zwischen den drei Knochen – wie bei den Vollendoprothesen beschrieben – keine Rolle mehr spielen. Das verwendete Material ist klinisch vielfach überprüft, da es bereits in den Hüftköpfen der Hüftendoprothesen oder dem Kniescheibengelenksersatz zum Einsatz kommt. Wie alle KYON-Endoprothesen zeigen die Ellenbogenendoprothesen ein ausgezeichnetes Einwachsverhalten und eine ausgeprägte Langlebigkeit.

Bei vielen Hunden mit Ellenbogenschmerzen wird nur ein Teil des Gelenks durch eine Prothese ersetzt.
Abb. 1:
Die Hemiprothese ist dem inneren Anteil des Ellenbogengelenks nachempfunden und besteht aus einer sehr gleitfähigen Titanlegierung auf der Außenseite (schwarz) und einem porösen Anteil, in den der Knochen einwächst.

Die Ellenbogenendoprothese von KYON liefert gute Behandlungsergebnisse

Das Prinzip der Hemiprothese des Ellbogens ist bestechend logisch, die Materialien durch die jahrzehntelange Erfahrung aus der Entwicklung der Hüftendoprothese (sog. Züricher Modell) etabliert. Die Implantation ist viel untraumatischer und nichtinvasiver als die Implantation bisheriger künstlicher Ellenbogen.

Die KYON-Ellenbogenendoprothese gibt es in zwei verschiedenen Ausführungen: Sie kann als Partial-Variante ohne ein Ulnaimplantat oder als Full-Variante mit Ulnaimplantat (Vollendoprothese) eingesetzt werden. Die Funktion der Partialendoprothese entspricht der Cupless Hüftendoprothese oder der Patella Groove (Titanimplantat), bei denen ebenfalls nur ein Gelenkanteil ersetzt wird.

Die Ellenbogengelenkendoprothese ist eine hervorragende Ergänzung zu bestehenden Behandlungsvarianten für Hunde, die am Medialen Compartmentsyndrom leiden. Unserer Meinung nach steht nun erstmals eine Endoprothese für den Ellenbogen zur Verfügung, die den Erwartungen, die an sie gestellt werden, gerecht wird. Die behandelten Hunde zeigen meist sehr zufriedenstellende Ergebnisse, sodass endlich eine Behandlungsart vorhanden ist, die es ermöglicht, Patienten bei guter Funktionalität von ihren Schmerzen zu befreien.

Sie wollen sich von den Vorteilen der KYON-Prothese selbst ein Bild machen? Oder Sie haben Fragen zur Vorgehensweise bei Ihrem Hund? Nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf. Telefonisch erreichen Sie uns unter der Nummer 07243 77 977. Oder schreiben Sie uns eine E-Mail an info@kleintierklinik-ettlingen.de.

Die Ellenbogenendoprothesen von KYON erzielen gute Behandlungsergebnisse.Abb. 2: Partial Hemiprothese: Die Gelenkfläche des Humerus ist durch ein Implantat ersetzt worden.

Mit einem künstlichen Ellenbogen lassen sich poröse Knochenanteile ersetzen.Abb. 3: Die Full Hemiprothese des Ellenbogens: Beide Gelenkflächen sind durch eine Endoprothese ersetzt worden.

Lassen Sie sich in der Kleintierklinik in Ettlingen zum Thema Ellenbogenerkrankungen bei Hunden beraten.Abb. 4: Die Implantate im Plastikmodell (zur besseren Erkennbarkeit)

Lassen Sie sich in der Kleintierklinik in Ettlingen zum Thema Ellenbogenerkrankungen bei Hunden beraten.Abb. 5: Röntgenbilder eines Hundes mit künstlichem Ellenbogen

Dr. Oliver Lautersack

Dr. Oliver Lautersack ist Fachtierarzt für Kleintierchirurgie.

Das Team der tierärztlichen Klinik hat immer ein Ziel: die optimale Behandlung tierischer Patienten.

Immer für Sie da: Notdienst

365 Tage rund um die Uhr sind wir für Ihre Tiere da. Im Notfall können Sie sofort zu uns kommen. Wenn möglich, rufen Sie uns direkt an, so können wir uns optimal auf die Versorgung Ihres Tiers vorbereiten.