Ellenbogenerkrankung

Die Lösung schwerer Ellbogenerkrankungen:

Die Hemiprothese der Firma Kyon, Schweiz

Viele Rassen leiden unter chronischen Schäden des Ellbogengelenks, die häufig in der Jugend beginnen und sich im Laufe der ersten Lebensjahre steigern, so dass die Lebensqualität erheblich leidet. Sobald Knorpelschäden hinzukommen, kann sich das Gelenk nicht mehr erholen. Durch Reibung der nicht mehr gleitfähigen Gelenkflächen entsteht Hitze, die zu starken Schmerzen führt. Das Gelenk wird zunehmend schmerzhaft und arthrotisch.

Auswege aus diesem Kreislauf begannen 2003 mit der Entwicklung der Sliding Humeral Osteotomie (SHO) durch Kirk Schulz, wurde 2007 durch die Proximal Abducting ULnar Osteotomie (PAUL) von Ingo Pfeil und Slobodan Tepic ergänzt und brachte einen sehr deutlichen Fortschritt in der Behandlung dieser Endstadiumgelenke.

Leider kann man betroffenen Hunden durch diese anspruchsvollen Operationen nicht immer dauerhaft zufriedenstellend helfen, da die Schäden des Gelenks zum Teil erheblich sein können. Anders als bei der Hüfte konnte sich die Endoprothese des Ellbogengelenks durch technisch nicht lösbare Schwierigkeiten bislang nicht durchsetzen.

2017 wurde von der schweizer Firma Kyon eine grundsätzlich andere Ellbogenendoprothese vorgestellt und in den USA eingeführt. Im Gegensatz zu früheren Endoprothesen, die das gesamte Ellbogengelenk ersetzen, wird beim schweizer Modell nur der innen liegende Anteil ersetzt, da der außen liegende Gelenkbereich meist keine Schäden aufweist. Damit konnten die bisherigen technischen Probleme der Ellbogenprothese nahezu eliminiert werden.


Abb. 1:
 Die Hemiprothese ist dem inneren Anteil des Ellbogengelenkls nachempfunden und besteht aus einer sehr gleitfähigen Titanlegierung auf der Aussenseite (schwarz) und einem porösen Anteil, in den der Knochen einwächst.

Inzwischen liegt eine zufriedenstellende Anzahl von behandelten Patienten aus den USA vor, die Ergebnisse der sogenannten Hemiprothese sind bislang sehr gut, das Einwachsverhalten ist ebenfalls – wie in der Hüfte – sehr gut.

Das Prinzip der Hemiprothese des Ellbogens ist bestechend logisch, die Materialien durch die jahrzehntelange Erfahrung aus der Entwicklung der Hüftendoprothese (sog. Züricher Modell) etabliert. Die Implantation ist viel untraumatischer und uninvasiver wie die Implantation bisheriger Endoprothesen des Ellbogens.

Abb. 2: Die Hemiprothese ohne Ulnaimplantat, vor allem geeignet für junge Patienten wegen ihres hervorragenden Einwachsverhaltens.

Abb. 3: Die Hemiprothese mit Ulnaimplantat (beide Gelenkanteile werden ersetzt). Durch die schnelle Erholung vor allem geeignet für mittelalte und ältere Patienten.

Abb. 4: Die Implantate im Plastikmodell (zur besseren Erkennbarkeit)

Unserer Meinung nach steht nun erstmals eine Endoprothese für den Ellbogen zur Verfügung, der den Erwartungen, die an Endoprothesen gestellt werden, gerecht wird. Die behandelten Hunde zeigen meist sehr zufriedenstellende Ergebnisse, so dass endlich eine Behandlungsmethode vorhanden ist, die es ermöglicht, Patienten von ihren Schmerzen bei guter Funktionalität zu befreien. 

Dr. Oliver Lautersack

Dr. Oliver Lautersack

Dr. Oliver Lautersack ist Fachtierarzt für Kleintierchirurgie.

Das Team der tierärztlichen Klinik hat immer ein Ziel: die optimale Behandlung tierischer Patienten.
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